Als Gottfried Müller und Freunde im Jahr 1957 SALEM in Stuttgart gründen, steht die Hilfe für Obdachlose und Strafentlassene im Mittelpunkt. Bald verlagert sich der Schwerpunkt des SALEM-Engagements auf Kinder und Jugendliche. Die Bereiche Gesundheit sowie Natur- und Umweltschutz kommen hinzu.

Hilfe für Obdachlose und Strafentlassene

Gottfried Müller beginnt seinen Dienst am Nächsten zunächst ganz allein, indem er sein Vermögen an zwei behinderte Jüdinnen verschenkt. Bald findet er Freunde, die ihm beim Aufbau eines Obdachlosenhauses helfen. Rasch entstehen weitere solcher SALEM-Obdachlosenheime in den Zentren verschiedener Großstädte Deutschlands. Viele Tausend Obdachlose und Strafentlassene wurden in den SALEM-Häusern betreut.
Nach mehreren Jahren dieser “Sozialarbeit rund um die Uhr” stellt sich jedoch heraus, dass die Hilfe für diese Menschen meist zu spät eingesetzt hat und sie – erst einmal entwurzelt – sehr häufig nicht bleibend resozialisiert werden können.
Gottfried Müller fragt: “Wie können wir wirkungsvoller helfen?”
Die Antwort findet er in Gesprächen mit den ihm anvertrauten Menschen. Überraschend viele von ihnen berichten, dass sie in Kinderheimen aufgewachsen sind.

SALEM Kinder- und Jugenddörfer

Wenn weitere Hilfe nicht nur vorübergehend sinnvoll sein soll, so muss diese bei der Ursache der Entwurzelung beginnen; also bei den Kindern aus zerrütteten Familien. Gottfried Müller: “Wir müssen einen Weg finden, den Heimkindern eine bessere Zukunft zu schaffen, sie zu Mitgliedern oder vielleicht sogar zu Trägern einer wertvollen Gemeinschaft zu erziehen.”
Gottfried Müller sammelt Pädagogen und Mitarbeiter um sich, die mit ihm die neue Form der familiennahen Erziehung in die Tat umsetzen wollen und schafft das Kinder- und Jugendhilfswerk SALEM.
In allen SALEM-Einrichtungen werden Kinder aus zerrütteten Familienverhältnissen aufgenommen, um ihnen ein bleibendes Zuhause zu geben. Es entstehen nacheinander die SALEM-Kinder- und Jugenddörfer in Stadtsteinach/Frankenwald, Höchheim/Franken und Kovahl/Niedersachsen im Naturpark Elbufer-Drawehn.
Deren Modellcharakter ist Anlass dafür, dass weitere SALEM-Einrichtungen in den USA, Israel, Uganda, Russland und Ecuador aufgebaut werden.

Gesundheit, Natur- und Umweltschutz

Es folgen das Engagement zur Gesundheitsförderung durch vegetarische Vollwerternährung und ganzheitliche Medizin, Maßnahmen im Tier- und Umweltschutz durch biologischen Landbau, Aufforstungsprojekte und das SALEM-Institut zur Erforschung von Alternativen zu Tierversuchen.

Inzwischen ist SALEM zu einer weltweit tätigen gemeinnützigen Organisation gewachsen – aber nach wie vor eine Heimat für benachteiligte Kinder und Jugendliche auch in Deutschland.



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